Bei Behandlungen der Knorpel-Funktionsstörungen steht die konservative und physikalische Therapie im Vordergrund. Durch ein muskuläres Aufbauprogramm, oftmals kombiniert mit der Gabe von Knorpel-Präparaten, die in das Gelenk injiziert werden, lässt sich einer beginnenden Verschleiß-Erkrankung [Arthrose] und Knorpel-Erweichung effektiv begegnen. Wird keine Beschwerdefreiheit erzielt, so muss über weitere Diagnostik, hier vor allem die kernspintomografische Untersuchung, nach Ursachen der Beschwerden geforscht werden. Ergeben sich Kapsel-, Band-, Meniscus- oder schwerwiegende Knorpel-Probleme, so kommt die Arthroskopie [Endoskopie] zum Einsatz.

Die häufigsten Arthroskopien werden auf Grund von Meniscusrissen durchgeführt. Der schlecht Sauerstoff-versorgt stoffwechselarme Innen- und Außen-Meniscus neigt in bestimmten Zonen zur Degeneration, die ihn letztendlich auffasert und zerreißt. Genauso ist die Verdrehung des  Kniegelenkes bei Unfällen ein Auslöser für den Meniscusriss. Die Behandlung der Risse erfolgt, wenn frisch und im Randbereich, durch die Meniscus-Annaht, sonst durch die sparsame Entfernung der Risszone.

Liegen Knorpel-Erweichungen und –Zerstörungen vor, so kann der Knochen oberflächlich angeschliffen, bei tiefen Defekten angebohrt werden  und wenn der Defekt die 2 cm Durchmessergröße nicht überschreitet, ersetzt werden durch gesunden Knorpel aus dem gleichen Kniegelenk [Knorpel-Transplantation OATS-Technik].

Die Umsetzung der operativen Behandlung größerer Knorpeldefekte gelang vor einigen Jahren mit der Firma Ormed in Freiburg. Nach Anläufen vor schon mehr als 15 Jahren mit amerikanischen Unternehmen kann hiermit ein  hoch zuverlässiges, schonendes und erfolgreiches Verfahren, das zudem von allen Krankenkassen unterstützt und bezahlt wird, meinen Patienten angeboten werden. Das 2-zeitige Operationsverfahren führe ich seit 2007 in der Chirurgischen Privatklinik Bogenhausen (Link) durch. Diese Knorpelbehandlung erfolgt überwiegend am Kniegelenk , kann aber auch analog in anderen Gelenken stattfinden. Zu diesem Thema kann ich auf meine Veröffentlichung in der Zeitschrift „ORTHO Press“ im Jahr 2008 hinweisen. Die Patientenbroschüre zu diesem Verfahren finden Sie unter diesem Link.

Die Methode heisst:  Autologe Chondrozyten-Transplantation = ACT. Knorpelzellen werden für die Züchtung und Vermehrung mittels Stanze entnommen und nach Anzüchtung nach 6 Wochen in den Defekt eingebracht. Dort entwickelt sich dann wieder die gesunde, voll tragfähige und belastbare Schicht des hyalinen, oder auch Erst-Knorpels.

Liegen die Verschleißprobleme im Bereich der Kniescheibe, so finden sich häufig Fehlstellungen, das heißt Verlagerungen nach außen. Hierfür wird endoskopisch mit einem Elektromesser die äußere Kapsel gespalten, sodass sich der überbeanspruchte Knorpel in der korrekten Einstellung der Kniescheibe wieder aufbauen kann. Liegen Unfall-bedingte Aussprengungen von Knochen-Knorpelgewebe vor, so lassen sich Refixationen der Fragmente durch resorbierbare Materialien ebenfalls in arthroskopischer Technik durchführen.

Die Verdrehungen des Kniegelenkes, zahlenmäßig am häufigsten im Fußball- und Ski-/Snowboard-Sport, haben die Entwicklung der arthroskopischen Instrumente und Techniken stark begünstigt.

Vor allem für die Kreuzband-Chirurgie stehen uns heute hochwertige arthroskopische Instrumentarien zur Verfügung.An den Kreuzbändern erfolgt der Ersatz des vorderen und hinteren Kreuzbandes durch die körpereigene und vom gleichen Kniegelenk zu entnehmende Semitendinosussehne. Der Eingriff dauert mittlerweile unter einer Stunde und erlaubt nach 14 Tagen die funktionelle Rehabilitation mit voller Belastbarkeit und Beweglichkeit. Die Fixation des Transplantates kann mit resorbierbaren Schrauben und Flip Buttons durchgeführt werden.

Die Indikation für den Ersatz des Kniegelenkes besteht bei vollständigem Aufbrauch des  Knorpels und erheblichem Verlust der Belastbarkeit der betreffenden unteren Extremität und der Lebensqualität des Patienten.

Ist diese Kniegelenk-Arthrose so weit fortgeschritten, kommen Ersatzmaterialien wie der uni- und bicondyläre Schlitten zum Einsatz. Wir können dem Patienten eine in jeder Hinsicht bemerkenswerte und seit über 20 Jahren am Markt befindliche Endoprothesen-Versorgung anbieten.
Das LCS- und das PFC-Kniegelenk von der Firma DePuy wird jeder Situation wie zum Beispiel Bandauslockerung und Achsenfehlstellung gerecht. Der Einbau erfolgt entweder ohne den Einsatz von Knochen-Zement über eine Verzahnung von Knochen und poröser Metalloberfläche oder mit Antibiotika  versetztem Knochenzement.

Der Klinik-Aufenthalt in der Belegklinik dauert dafür 8 Tage. Danach wird eine physikalische Rehabilitation angeschlossen.

 

Alle operativen Leistungsspektren: Schulter, Ellbogen, Hand + Handgelenk, Kniegelenk, Oberes Sprunggelenk, Fuss