Das eigentliche Schultergelenk ist abhängig von seiner Umgebung. Umgeben von vier Nachbarn, der Gleitschicht zwischen Thorax und Schulterblatt [3], dem Raum unter dem Acromion des Schulterblattes und dem äußeren Schlüsselbein, dem sogenannten Subacromial-Raum [2] und den beiden Gelenken des Schlüsselbeines, zum einen außen [4], dem Acromioclavikular-Gelenk und der Verbindung zum Brustbein [5], dem Sternoclavikular-Gelenk. Jeder der Nachbarn kann für sich Ärger bereiten und die Schulterfunktion beeinträchtigen.

Die klinische Untersuchung und vor allem die kernspintomografische Beurteilung weisen auf die Quelle der gestörten Funktion hin. Leichtere Störungen werden durch gezielte Injektionen, Wärmepackungen, Stromanwendungen und manuelle Therapie behandelt. Ist der Störung konservativ nicht beizukommen, muss die operative Therapie einspringen.

Die meisten Schulteroperationen beginnen heute mit der Arthroskopie. Hierbei wird das Gelenk mit steriler Kochsalzlösung aufgefüllt, damit jeder Winkel im Gelenk nach Einführung der Optik über einen Monitor beurteilt werden kann. Über weitere Arbeitszugänge kann dann gezielt die Störung beseitigt werden.

Zum Beispiel wird bei der Kapselentzündung [Capsulitis] die Gelenkschleimhaut im Gelenk mit einem rotierenden Shaver entfernt. Sollte verletzungsbedingt durch Verrenkung die Randleiste [das Labrum acetabulare] abgerissen sein, so kann sie mittels resorbierbarer Anker wieder angeheftet werden.

Auch der Subacromial-Raum [s. Abb. 3] verursacht häufig Probleme durch anatomische Varianten. Fehl- bzw. Überlastung führt zu Entzündungen des Schleimbeutels und unangemessener Beanspruchung der ohnehin schlecht mit Sauerstoff versorgten Rotatorenmanschette. Dieser Raum kann arthroskopisch erweitert werden bis hin zur Entfernung des äußeren Endes des Schlüsselbeines, also dem Schulter-Eckgelenk [s. Abb. 4].Kleinere Risse der Rotatorenmanschette können arthroskopisch refixiert, Verkalkungen aus der Rotatorenmanschette entfernt werden.

Größere Risse der Rotatorenmanschette werden durch den oberen Zugang und Spaltung des Delta-Muskels unter direkter Sicht nach Mobilisierung der Sehnenenden und Ausschneidung der Degenerationszonen im Knochen am Tuberculum majus an der Außenseite des Humeruskopfes wiederangenäht.Postoperativ spielen die Lymphdrainage und die operationsbezogene Bewegungs-Therapie eine wichtige Rolle. Wir haben individuell ausgerichtete Programme für die einzelnen Schultererkrankungen erarbeitet.

 

 

 

 

 

Alle operativen Leistungsspektren: Schulter, Ellbogen, Hand + Handgelenk, Kniegelenk, Oberes Sprunggelenk, Fuss

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